Zugang zu rassismuskritischer und kultursensibler Therapie
Es ist wichtig, den Zugang zu BIPoC Therapeut:innen zu ermöglichen, weil Menschen mit Rassismuserfahrungen und einer intersektionalen Identität oft spezifische Herausforderungen und Belastungen erleben, die von weißen Therapeut:innen nicht immer vollständig nachvollzogen werden können. Rassismus, Diskriminierung und Migrationserfahrungen können tiefe Spuren in der psychischen Gesundheit hinterlassen. BIPoC Therapeut:innen bringen nicht nur das nötige Fachwissen mit, sondern teilen oft auch einen ähnlichen kulturellen Hintergrund oder haben selbst Rassismuserfahrungen gemacht, was eine tiefere Ebene des Verständnisses und der Empathie schafft.
Zugang zu BIPoC Therapeut:innen zu schaffen, fördert die Möglichkeit für Menschen, in einem sicheren Raum über ihre Erfahrungen zu sprechen, ohne Angst vor Unverständnis oder Mikroaggressionen zu haben. Ein rassismuskritischer Ansatz in der Therapie ist essentiell, um strukturelle und alltägliche Diskriminierung als Teil der psychischen Belastung anzuerkennen und in die therapeutische Arbeit zu integrieren.
Darüber hinaus kann die Möglichkeit, eine Therapie in der eigenen Muttersprache oder in einer Sprache, die einen kulturellen Bezug herstellt, das Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit verstärken und damit den Therapieerfolg fördern. Besonders für BIPoC kann der Zugang zu solchen Angeboten den Unterschied ausmachen, ob sie überhaupt den Schritt in die Therapie wagen, und damit präventiv wirken, bevor sich psychische Belastungen vertiefen.
Insgesamt trägt der Zugang zu BIPoC Therapeut:innen dazu bei, rassismusbedingte Hürden im Gesundheitssystem abzubauen und psychische Gesundheitsversorgung inklusiver und gerechter zu gestalten.
Interview aus der onlinebefragung Afrozensus
“Die meisten weißen Therapeut:innen und Psycholog:innen sind nicht sensibel für Anti-Schwarzen Rassismus Erfahrungen und/oder reproduzieren diesen.
Daher habe ich, wie viele andere BIPoC Personen, das Bedürfnis, bei BIPoC Therapeut:innen und Psycholog:innen in Behandlung zu sein”.
Umfrage Afrozensus
Bei der Psychotherapie werden meine Rassismuserfahrungen nicht ernst genommen und in Frage gestellt.
62 % antworten mit ja
34 % oft bis häufig
Mehr dazu unter: https://afrozensus.de/